Wir haben erfahren, daß Sucht eine Krankheit ist, nicht eine Sache der
Moral. Es ist eine zweifache Krankheit: eine körperliche Allergie, gepaart
mit einer geistigen Zwanghaftigkeit. Sie kann zum Still- stand gebracht, aber
nicht geheilt werden. Ihrer Natur nach ist sie in dieser Beziehung der Diabetes
(Zuckerkrankheit) ähnlich. Nur die vollständige Abstinenz des Gebrauchs
von Drogen und Alkohol in jeder Form - Medikamente eingeschlossen - kann diese
Krankheit stoppen. Wir können den Drogenkonsum von Süchtigen genausowenig
verhindern, wie wir das Husten eines Tuberkulosenkranken stoppen können.
Niemand, nicht einmal der Arzt oder der Geistliche, noch die Familie kann dies
für ihn oder sie tun.
Wir haben erfahren: Der zwanghafte Gebrauch von Drogen weist nicht auf fehlende Zuneigung für die Familie hin. Es ist keine Angelegenheit der Liebe, sondern der Krankheit. Der Süchtige hat die Kraft der Entscheidung gegenüber den Drogen verloren. Auch wenn er/sie weiß, was geschehen wird, wenn er/sie das erste Glas trinkt, die erste Tablette schluckt, den ersten Schuß setzt, er/sie wird es tun. Dies ist der "Wahnsinn", von dem wir in Zusammenhang mit dieser Krankheit sprechen.
Wenn wir voll verstehen und akzeptieren, daß Sucht eine Krankheit ist, daß sie körperlich und geistig ist, und daß wir ihr gegenüber machtlos sind, dann sind wir bereit, eine bessere Art zu leben zu lernen.